Diese Runde der SCC wurde im Rahmen der FIA-Tourenwagen Weltmeisterschaft (WTCC) auf der anspruchsvollen Rennstrecke in Brünn (CZ) ausgetragen. Volle Ränge, jede Menge Umtrieb im Fahrerlager und eine perfekt organisierte Veranstaltung garantieren ein weiteres Highlight im diesjährigen Veranstaltungskalender. Die hohe Attraktivität der Veranstaltung brachte der SCC ein starkes Starterfeld. Insbesondere in der großen Klasse (Div. 2) ergänzten ein Ferrari 333 SP (LMP 1) und der Renauer Tambolli (LMP 2) die Reihen der üblichen Akteure. E. Pedrazza stellte zudem den Werks PRC-Cosworth mit F 1 Triebwerk an den Start.
Neben den Sprintrennen, die wieder im Rahmen der internationalen österreichischen Sportwagenmeisterschaft gewertet werden, meldeten Yvan Haberkorn und Gerd Beisel den Norma M20-07 evo zum AVD-100 Meilen Rennen an.
Qualifying
T. Gruber markierte mit dem Ferrari 333 SP jeweils die Bestzeit. Pedrazza und Kaufmann im Tampolli LMP 2 teilten sich die 2. Plätze. Gerd Beisel errang Platz 4 bzw. 5. Die engen Zeitabstände kündigten einen spannenden Rennverlauf an.
Haberkorn war mit dem jeweils 2. Platz in seiner Division (Platz 8 bzw. 7 im Gesamtfeld) auf der für ihn neuen Strecke hoch zufrieden.
Zudem steigerte er sich im Verlauf des Wochenendes kontinuierlich.
Der OSK-Pokalsieger 2006 Gerhard Münch haderte an diesem Wochenende etwas mit seinem Schicksal. Zu dem erst kürzlich gebrochen kleinen Finger an der linken Hand gesellte sich im Training ein weiteres Handicap hinzu. Durch einen Dreher machte er seinen einzigen für dieses Wochenende vorgesehen Reifensatz fast unbrauchbar. Im Training blieb er mit Platz 6 bzw. 5 leicht unter den Erwartungen.
1. Rennen am Samstag
Vorweg: Ein außergewöhnlich spannendes Rennen begeisterte die Zuschauer. In allen Klassen wurde heftig um die Ränge gekämpft.
Die spannensten Duelle fanden mit RWT-Beteiligung statt. Beisel setzte sich permanent mit Dauerrivalen Payr auseinander. Vorne hatten sich Gruber und Pedrazza etwas absetzten können. Gegen Rennmitte zog Beisel vorbei auf Platz 3 und hielt diesen bis zur schwarz-weiss karierten Flagge.
Haberkorn hatte zunächst Matzinger etwas ziehen lassen. Gegen Rennmitte brannte er die schnellsten Runden in den Asphalt und setzte sich unter den Heckflügel des Div. 1-Führenden. In der letzten Kurve der letzten Runde setzte er sich aussen herum neben Matzinger und hatte auf der Ziellinie eine Nasenlänge Vorsprung -Klassensieg Nr. 2 in der laufenden Saison.
Gerhard Münch betrieb mit alten Reifen und Rang 5 Schadensbegrenzung.
2. Rennen am Sonntag
Nicht ganz so spannend ging es in der großen Klasse im Sonntagsrennen zur Sache. Zudem neutralisierte eine Pace-Car Phase für einige Runden dieses Rennen. Beisel behielt ständig den Kontakt zur Spitze. Payr hatte diesmal die neuen Reifen aufgezogen, Gerd die vom Vortag. Damit konnte er den Tiroler nicht wirklich unter Druck setzen. Nach technischen Problemen der Konkurrenz wurde sein Einsatz mit dem Laufsieg belohnt, dicht gefolgt von Beisel auf Platz 2.
Auch im diesem Lauf flammte das Duell Haberkorn vs. Matzinger wieder voll auf. Wie festgebunden klebt der Norma-Honda des Franzosen am Heckflügel des Österreichers. Diesmal konnte der PRC-Honda Pilot den Klassensieg über die Ziellinie retten, Yvan unter dem Heckflügel errang Platz 2.
Gerhard Münch verbesserte sich um einen Platz und verpasste mit Rang 4 nur knapp das Podest.
AVD-100 Meilen
Diese Geschichte ist schnell berichtet. Im Qualifying stellte das RWT-Team den Norma-Honda überlegen auf Pole - RWT spekulierte schon etwas auf den Gesamtsieg, trotz Team-Premiere auf dieser Distanz. Startfahrer Haberkorn zögerte etwas am Start und verlor 2 Plätze.
Pedrazza setzte sich im PRC-Honda an die Spitze und Haberkorn wollte den Sichtkontakt nicht verlieren. Dazwischen lag noch ein PS-stärkeres Fahrzeug der großen Division, den Haberkorn auf der Geraden nicht ausbeschleunigen kann. In den Kurven blockte der Rivale Yvan bereits in der Anfangsphase mit allen Mitteln. Es kam wie es wohl kommen musste: Yvan sah in einer Kurvenkombination eine Lücke und stoch hinein. Der Konkurrent blockte erneut und eine frühe Kollision beendete das Duell.
P.S. Direkt von der Rennstrecke ging es für Yvan Haberkorn auf Hochzeitsreise. Das RWT-Team gratuliert Renata und Yvan ganz herzlich auch an dieser Stelle.