Vorstart
Nach dem Gastspiel der SCC in Most beim Truck-GP fand der 9. und 10. Lauf zur SCC-Meisterschaft wie gewohnt im Rahmen der AvD-Raceweekends statt. Mitch Mitländer sollte seine Gesamtführung in der SCC weiter ausbauen und wenn möglich weitere Gesamtsiege einfahren. Gerhard Münch steht durch seine konstant guten Ergebnisse in der Meisterschaftswertung auf einem stabilen 3. Rang in der Division 2, dieser sollte auf jeden Fall gefestigt und evtl. etwas Boden auf die vor ihm platzierten Rüffer und Barth gut gemacht werden.
Neben den Sprintrennen der SCC war auch wieder die Teilnahme am AvD-100 Meilen Rennen angesagt. Nach Klassensieg beim Auftakt auf dem Nürburgring, Gesamtsieg auf dem Hockenheimring und Startverzicht in Oschersleben ging es für Gerd Beisel auf der ehemaligen F 1-Rennstrecke in französischen Dijon schon um eine endscheidente Phase in der Meisterschaft - volle Punktzahl ist daher die klare Vorgabe.
Qualifying SCC
Mitch setzt mit einer 1:15.526 bzw. 1:15.694 jeweils deutlich die Bestmarken und holt sich zu beiden Läufen die 1. Startposition.
Gerhard Münch muss sich jeweils mit Startplatz 3 in der Division hinter seinen Meisterschaftsrivalen Rüffer und Barth in der Startaufstellung einreihen.
1. Rennen SCC
Mitch behauptet am Start seine führende Position, kann sich aber in den folgenden Runden mit dem Norma-Nissan nicht deutlich von seinem hartnäckigsten Verfolger Fiedler (PRC-BMW) absetzen. Als der RWT-Pilot in der 7. Runde bei einem Überrundungsmanöver kurz blockiert wurde, nutzt Fiedler clever seine Chance und übernimmt die Gesamtführung. Mitch bleibt dennoch cool und hängt sich an das PRC-Heck. 3 Runden später war die alte Reihenfolge wieder hergestellt - Mitch hatte auf der langen bergauf Zielgeraden den Windschatten optimal ausgenutzt und holt sich die Führung zurück und gab diese bis Rennende auch nicht mehr ab. Mit knapp 5 Sekunden Vorsprung holt er sich mit seinem Norma-Nissan den nächsten Laufsieg - Zusatzpunkte für die schnellste Rennrunde inbegriffen. Paltz 2 holt Fiedler (PRC-BMW) vor Payr (PRC-Turbo).
Gerhard Münch (Norma-Honda) sollte unbedingt an dem Spitzenduo der Division 2 Rüffer/Barth dranbleiben, wurde aber von Beginn an in Zweikämpfe mit dem italienischen Luccini Fahrer Barisone (Division 1) verwickelt. Er musste sich mit Rang 3 zufrieden geben. Sven Barth (Ligier-Honda) gewinnt vor Thorsten Rüffer (Norma-Honda) die Klasse.
2. Rennen SCC
Neben Mitch Mitländer hatte Wolfgang Payr seinen PRC-Turbo in die erste Startreihe gestellt. Nach der Startfreigabe zündet Payr sein "Turbinchen" und beschleunigt Mitch und seinen Norma-Nissan aus. Mitch hängt sich wieder an ein PRC-Heck - nur Payr's Turbo war sicherlich eine noch härtere Nuss wie Fiedlers BMW im 1. Rennen. Nach der 6. Runde gelang es Mitch trotzdem - er wiederholt sein Überholmanöver und setzt sich aus dem Windschatten heraus an die Führung. Payr kann nur eine Runde folgen, dann muss er den PRC-Turbo mit Defekt in der Boxengasse abstellen. Der Rest war für Mitch Formsache, das Ergebnis: 8. Saisonsieg im 10. Rennen - und wieder 2 Zusatzpunkte für die schnellste Rennrunde. Das Podest komplettierten der Schweizer Bruno Küng (PRC-BMW) und Andreas Fiedler.
Für Gerhard Münch war der Rennverlauf ein Abziehbild von Rennen 1, nur diesmal bügelte er den Division 1-Fahrer Barisone. Rüffer gewinnt die Division 2 vor Barth und Münch.
AvD-100 Meilen
Das Regelwerk der 100-Meilen setzt die Renndistanz mit 80 Minuten fest, bei einem Pflichtboxenstopp zwischen der 30. und 50. Rennminute. Zwar ist während des Boxenstopps ein Fahrerwechsel möglich - was auch fast alle Teilnehmer so handhaben - aber Gerd Beisel will die volle Distanz durchhalten. Auf der anspruchsvollen und mit Bergauf- und Bergabpassagen klassisch an die Landschaft angepassten Rennstrecke bedeutet dies ca. 58 Rennrunden und bei dem großen Leistungsgefälle des Teilnehmerfeldes unzählige Überrundungsmanöver.
Qualifying
Lediglich 2 schnelle Runden im Zeittraining reichen aus um mit einer 1:15.747 hier ebenfalls deutlich die schnellste Qualizeit abzuliefern. Es folgt das PRC-Duo Payr/Pfeifer vor "Münch-Freund" Barisone.
100-Meilen Rennen
Gleich zu Beginn entwickelt sich ein packender Zweikampf zwischen Beisel und Payr um die Spitze. Im Tempo eines Sprintrennens pflügen sie um die Rennstrecke und das Teilnehmerfeld - bereits in der 4. Rennrunde standen die ersten Überrundungen an. Mehrfach wechselte die Führung, keiner gab nach und keiner konnte sich von dem Anderen merklich absetzten. Payr kam in der 32. Runde als erster zum Boxenstopp und übergab das Lenkrad an Siggi Pfeifer. Beisel hatte mehr Sprit an Bord und konnte 4 Runden länger auf der Strecke bleiben. Nach seinem Pflichtstopp kam er unmittelbar vor Pfeifer wieder auf die Strecke. Mit konstant schnellen Rundenzeiten gab er Pfeifer keine Angriffschance, konnte sich aber auch bei dem geringen Vorsprung keine Fehler leisten. Am Ende eines spannenden Rennens waren es 8,5 Sekunden Vorsprung auf Payr/Pfeiffer, mit über 2 Runden Rückstand fuhr Mauro Barisone ebenfalls auf das Podest.
N.S.
Leider war das Rennwochende von einem schweren Unfall der Schweizerin Sabrina Hungerbühler überschattet. Die SCC-Teilnehmerin verletzte sich im freien Training am Freitag an den Beinen schwer, als sie mit ihrem Rennboliden mit hoher Geschwindigkeit in den Leitplanken einschlug. Nach einer Erstversorgung in Dijon wurde sie in die Schweiz ausgeflogen. Wir wünschen Sabrina an dieser Stelle von ganzem Herzen eine gute Genesung!