Für alle Rennsportvernarrten war die Winterpause wie immer zu lang. Der Saisonauftakt der SCC im Rahmen des Jim Clark Revival auf dem Hockenheimring sollte jedoch das ungeduldige Warten entschädigen.
Für dieses Rennwochende ging die SCC-Organisation eine Kooperation mit dem Radical-Race-Cup ein. Gestartet wurde in einem gemeinsamen Feld unter getrennter Wertung. Mit 9 Radicals standen über 30 Sportwagen auf dem Grid und den Zuschauern wurde ein imposantes Feld geboten.
Die RWT Erwartungen im Vorfeld ?
Gerd Beisel kämpft noch mit den Folgen seiner Handverletzung aus dem Saisonfinale 2006. Sein neuer für die Sprintrennen vorgesehener PRC-Nissan ist noch nicht fertig. Der Norma-BMW LMP 900 wartet noch auf die letzten Modifikationen. Also griff er kurzerhand auf den letztjährigen PRC-BMW zurück, der schon die Farben seines künftigen Besitzers trägt.
Yvan Haberkorn ist Re-Einsteiger in der SCC. Auf einem nagelneuem Norma-Honda will er in der kleinen Klasse bis 2 Liter Hubraum, die nun im neuen SCC-Reglement Division 1 genannt wird, ganz vorne mitmischen. Auch schon zum Saisonauftakt ?
Der OSK-Pokalsieger 2006 Gerhard Münch sollte die letztjährigen Erfolge nahtlos fortsetzen können. Zuverlässigkeit und Kontinuität waren 2006 die Grundlagen für fleißiges Punktesammeln. 2007 wird er seine Taktik nicht ändern.
Training
Bereits in den Trainingsläufen am Freitag war die RWT-Leistung überzeugend:
Gerd Beisel musste sich nur PRC-Werksfahrer Pedrazza beugen, der den brandneuen PRC-BMW BB knapp vor Gerd in der Startaufstellung plazierte.
Yvan Haberkorn überraschte mit Startplatz 1 (1. Rennen) und Startplatz 2 (2.Rennen) in der Klasse bis 2 Liter sich und wohl auch die Konkurrenz.
Gerhard Münch komplettierte mit einem 3. und 4. Platz in der gleichen Wertung die Teamleistung.
1. Rennen am Samstag
Schon fast selbstverständlich lässt Beisel die Konkurrenten am Start verschlafen aussehen. Er nutzt seine Reaktionsschnelligkeit und kommt mit Abstand als Führender aus der 1. Runde. Auch Haberkorn und Münch starten hervorragend und behaupten ihre Divisionsplätze. Gegen Rennmitte schließt Pedrazza auf Beisel auf. In dieser Phase bieten die 18-Zöller dem PRC-Werkspiloten wohl etwas mehr Haftung als die 13-Zöller von Beisel. Pedrazza setzt sich an die Spitze und Beisel hartnäckig an sein Heck. Auch Haberkorn gerät zusehens unter den Druck von PRC-Honda Pilot Matzinger. Der RWT-Franzose lässt den schnellen Österreicher ziehen und begnügt sich bei seinem Wiedereinstieg zunächst mit Platz 2. Münch dreht konstant schnell und zuverlässig seine Runden und fährt Rang 3 ein. In der grossen Klasse kann Beisel den Druck auf Pedrazza bis in die letzte Kurve aufrecht erhalten. Mit lediglich 0,4 Sekunden Rückstand verpasst er den Gesamt- und Klassensieg.
2. Rennen am Sonntag
Von Start an setzt Beisel Pedrazza stark unter Druck. Der dreht sich noch in der 1. Runde von der Strecke. Um eine Kollision zu verhindert pflügt Beisel mehrere hundert Meter durch das Gras und verliert einige Plätze. Erst gegen Rennmitte kann er auf den SCC-Führenden Payr aufschließen. Haberkorn lockt routiniert Matzinger in einen Fehler und lässt sich den Divisionssieg diesmal nicht nehmen. Münch pilotiert den zweiten Norma-Honda wiederum auf Rang 3 durch das Ziel. Beisel hat in der Zwischenzeit Payr in der Querverbindung zwischen der Sachs- und Zielkurve mit einem Überholmanöver überrascht. Souverän gewinnt er die SCC-Wertung. Der Gesamtsieg bleibt in diesem Rennen einem Radical SR 8 Piloten vorbehalten, der ungefährdet das deutlich bessere Leistungsgewicht in einen Sieg umsetzt.